American Sniper- Filmauseinandersetzung

Eine blöde Angewohnheit von mir ist, krasse Filme immer kurz vor dem Einschlafen anzusehen und dann nicht einschlafen zu können…

So ging es mir mit diesem Film, der mich jetzt, einen Tag später, immer noch nicht loslässt. 

Erschienen: 2014 | FSK 16 | Sehenswert, man benötigt jedoch starke Nerven. 

Worum geht es in diesem Film?

Es geht um einen jungen Cowboy, der nach den Ereignissen des 11. Septembers der Gefühl hat seinem Land dienen zu müssen und daher zu den Seals geht und in weiterer Folge als Scharfschütze in den Krieg zieht. Davor lernt er eine Frau kennen und lieben und heiratet diese

Zu Beginn wird seine Kindheit gezeigt, mit einem religiösen Vater, der seine Söhne dazu erzieht, für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen, notfalls mit Gewalt. Der Hauptdarsteller wird als Kind von seinem Vater mit zum Jagen genommen und ihm wird erklärt, dies sei seien Bestimmung. 

Am Tag seiner Hochzeit bekommt er seinen Einsatzbefehl und das Martyrium beginnt. Er mutiert zum erfolgreichsten Scharfschützen in der Geschichte und wird als Legende gefeiert. Sein erster Tötungsschuss ist an einem Kind, das eine Granate trägt und kurz darauf eine Frau, die dieselbe Granate aufhebt und nach einem amerikanischen Panzer schmeißt. Es wird gezeigt, wie sehr ihn diese erste Erfahrung fertig macht und zeitgleich, wie er von seinen Kameraden dafür gefeiert wird. Um sein Gewissen abzuschalten tötet er immer öfter und radikaler. Seine Abschusszahlen sind die Höchsten. 

Er selbst möchte nicht als Legende wahrgenommen werden. Ihn treibt ziemlich schnell nur noch Vergeltung an: ein Kamerad wird von einem Scharfschützen niedergeschossen und in Folge handelt der ganze Film nur noch davon, wie er diesen Scharfschützen aufspürt, um ihn schlussendlich töten zu können. Zudem kommt die Rache an einem Schlächter, der alle abschlachtet, der mit den Amerikanern gemeinsame Sache macht. Es werden Szenen mit abgehackten Gliedmaßen und Tötungsszenen mit Messern, Bohrmaschinen und natürlich mit Gewehren/ Pistolen gezeigt. Eine sehr blutige, grausame Angelegenheit.

Als der Hauptdarsteller seine Rache erfolgreich ausleben konnte, ist er ein gebrochener Mann, der erst langsam wieder in sein Leben und zu seiner Familie zurückfinden muss.
In den Jahren seiner Auslandseinsätze bekommt er zusammen mit seiner Frau zwei Kinder. Seine Frau merkt, dass er immer abwesender ist und appelliert immer öfter an seine Vaterpflichten, die er nur geistesabwesend wahrnimmt. Sie möchte ihren Mann wieder zu Hause bei sich haben, bei ihr und den gemeinsamen Kindern, die ihren Vater so gut wie nie zu Gesicht bekommen.

Am Ende hat er sich wieder gefangen und führt ein glückliches Familienleben. Er hilft anderen Veteranen, mit ihren Wunden und Narben klar zu kommen.
Dies  ist auch sein Ende: Er wird von einem Veteranen erschossen. Warum, ist nicht bekannt. Besser gesagt, wird aus diesem Film nicht ersichtlich. 

Die Schlusssequenz ist sein Begräbnis, bei dem tausende von Menschen auf der Straße und an seinem Grab sind und mit amerikanischen Fahnen schwenken, salutieren und Gewehrschüsse abfeuern, um ihm so die letzte Ehre zu erweisen: Originalaufnahmen, denn der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. 

Fazit

Es ist ein sehr guter Film, der einem mal wieder die menschlichen Abgründe zeigt und die Auswirkungen eines Krieges auf den Menschen, der darin kämpft. Zugleich zeigt er den wohl typisch amerikanischen Patriotismus gemischt mit der Liebe zu Waffen, was für unsereins sehr schwer nachvollziehbar ist. Aber nun gut: Andere Länder, andere Sitten!

Im Grunde geht es darum, auf die psychischen Kriegsfolgen der Soldaten aufmerksam zu machen.

Wie mir aus den Medien bekannt ist, gibt es wohl vor allem in Amerika viele, viele Männer, die gebrochen und kaum fähig ein normales Leben zu führen, aus dem Krieg heim kehren. Viele landen in der Arbeitslosigkeit und darauf folgend auf der Straße. Es gibt wohl in zwischen einige Hilfsprojekte, aber noch lange nicht genügend. 

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