Rückblick zur Buchvorstellung: Integration- Protokoll des Scheiterns

Wir (Tami und ich) waren vor einigen Wochen auf einer Buchvorstellung des Islamkritikers Hamed Abdel-Samad. Er stellte sein neues Buch vor: Integration- Protokoll des Scheiterns.

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Darin geht es um die Migration in den letzten Jahrzehnten und die Aktuelle im Zusammenhang mit dem Islam und dass die Maßnahmen zur Integration allesamt gescheitert sind.

„Integration ist dann gelungen, wenn man nicht mehr über Integration sprechen muss.“

Hamed Abdel-Samad stammt aus Kairo und ist ein deutsch- ägyptischer Politikwissenschaftler und Publizist. Der Öffentlichkeit ist er vor allem als Autor islamkritischer Werke bekannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hamed_Abdel-Samad

Erster Eindruck

Herr Abdel-Samad kam mit drei Personenschützern in den Raum, die ihre Blicke mit regungsloser Miene immer wieder über das gesamte Publikum schweifen ließen.
Der Publizist wurde mit mehreren sogenannten Fatwas belegt: radikale Islamisten rufen zu seiner Ermordung auf. Er lebt seit mehreren Jahren dauerhaft unter Polizeischutz.

Vortrag

Es war ein sehr interessanter Vortrag!

Er meinte gleich zu Beginn, er würde nicht gerne vorlesen und daher einfach frei erzählen. Es dauerte ein paar Takte und er war voll in seinem Element.

Am Ende durfte das Publikum noch einige Fragen stellen.

Publikumsfragen

Eine Zuhörerin stellte unter anderem die Frage, ob jemand die Fatwa wieder widerrufen könne. Dies verneinte er. Solange er lebe, sei er nun in Lebensgefahr.

Eine andere Zuhörerin erzählte, sie sei Lehrerin und habe mit Respektlosigkeit zu kämpfen, besonders wenn es um das Thema Frauen und Sexualität gehe. Er antwortete: Dies sei normal, da über diese Themen in muslimischen Familien nicht gesprochen werde.
Junge Männer dürften zwar mit westlichen Frauen liiert sein, sobald es jedoch um eine Ehe ginge, dürfe es nur eine muslimische Jungfrau sein. Damit dies gewährleistet sei, werden die Frauen beispielsweise aus der Türkei importiert.
Die jungen Musliminnen hier hingegen dürfen mit dem Thema Sex erst gar nicht in Berührung kommen und um dies zu erreichen, ist das Kopftuch ein Mittel zum Zweck, um die Mädchen von der normalen Gesellschaft zu separieren.

Seine Standpunkte

Er setzt sich vehement für das Kopftuchverbot ein, da dies entgegengesetzt zu einigen Aussagen junger muslimischer Mädchen, für ihn sehr wohl ein Symbol der Unterdrückung sei. Er nannte ein Beispiel, mit welchem er junge muslimische Frauen ihren Irrglauben vor Augen hält: „Ich ziehe meine Jacke freiwillig an. Genauso kann ich sie auch wieder freiwillig ausziehen. (Und führt es auch vor) Könnten sie sich ihr Kopftuch nun auch freiwillig wieder ausziehen?“

Er meinte, er habe es bisher erst einmal erlebt, dass eine Zuhörerin ihr Kopftuch nach diesem Appell abgelegt hatte. Diese erzählte daraufhin, sie sei eigentlich Atheistin, dürfte dies jedoch in ihrem Umfeld nicht sagen, da ihr sonst Konsequenzen drohen würden.
An diesem Punkt setzte er an: Gruppendruck. Die jungen muslimischen Mädchen werden unter anderem in den Schulen unter Druck gesetzt „Hach, siehst du heute in deinem Kopftuch toll aus!“, „Du bist eine gute Muslima, wenn du dein Kopftuch trägst!“ (…) Oft wären sogar die Eltern gegen das Kopftuch bei ihrer Tochter, können jedoch nichts dagegen tun, da der Druck von außen wächst.

Die Radikalisierung schreitet voran

Es wurden Beispiele der Islamisierung, unter anderem aus dem Iran, genannt. Dort habe auch alles mit der scheinbaren Freiheit durch das Kopftuch begonnen.
Der Iran war Anfang der 1950er Jahre ein sehr fortschrittliches, modernes  und westlich geprägtes Land mit Freiheit für jedermann und jederfrau.
Bilder von Frauen in kurzen Röcken, die tanzen und feiern sind die Zeitzeugen einer säkularisierten Gesellschaft. Seitdem der Islam den Ton in der Politik angibt, sieht man die Frauen auf den Straßen nur noch in Vollverschleierung. Im Inneren brodelt es jedoch und man liest immer wieder von einer Frauenbewegung, welche sich ganz klar gegen das Kopftuch ausspricht, da sie es als ein Zeichen von Unterdrückung ansehen.

Da fragt man sich natürlich automatisch, was in den Köpfen unserer Gesellschaft „abgeht“!?

Was war die Kernaussage des ganzen Vortrages?

Kurz und knapp zusammengefasst: Muslime, die nicht einen Teil ihrer Kultur und Religion aufgeben, sind nicht integrierbar.

Die westliche Anschauung von Freiheit und Selbstbestimmung ist nicht kompatibel mit dem Islam.

Fazit

Es war ein sehr langer und sehr spannender Vortrag und ich kann ehrlich gesagt gar nicht mehr alles genau wiedergeben.

Ein Gedanke von mir war am Ende: Wenn die Politik nun eine Radikalwende machen und auf Hamed Abdel-Samad hören würde, könnte man vielleicht noch etwas retten. Er hingegen sieht es pragmatischer, für ihn ist die Integration gescheitert und jetzt gehe es nur noch darum, den Schaden zu minimieren.
Allerdings erwähnte er, und das hat mich persönlich ganz besonders gefreut, dass er aufgrund seiner Informationen das Gefühl habe, die österreichische Regierung sei schon weiter als die deutsche Regierung: Es kann nicht sein, dass man Menschen in ein Land lasse, ohne ihnen auch Forderungen zu stellen.

Falls ihr mehr darüber wissen wollt, dem empfehle ich, Hamed Abdel-Samad auf den sozialen Netzwerken zu folgen. Was er schreibt und sagt hat wirklich Hand und Fuß! Als ehemaliger Moslem und Sohn eines Imams kennt er sich mit dem Koran aus. Man kann ihm also nicht vorwerfen, er hätte keine Ahnung von der Materie.
Er selbst beschreibt sich inzwischen als Atheist und ist mit einer Japanerin verheiratet.

Hier eine Aufnahme der Buchvorstellung. Dies war nicht bei uns, hat jedoch, so vermute ich, denselben Inhalt:


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