Sterbende Menschen werden nur noch als Material angesehen – FOCUS Online

KOMMENTAR
Debatten

Wie tot ist hirntot?

FOCUS-Autor Anna Bergmann
Samstag, 29.09.2018, 19:35
Der Körper eines Menschen, dessen Organe entnommen werden sollen, lebt noch. Das ist das große Dilemma der Transplantationsmedizin.

über Sterbende Menschen werden nur noch als Material angesehen – FOCUS Online

Als ich den Artikel las, war dies für mich nichts Neues mehr. Mit dieser Thematik hatte ich mich schon vor einigen Jahren, zumindest teilweise, schon auseinandergesetzt.

Die Mutter einer Freundin brachte mich auf dieses Thema, sie ist selbst Krankenschwester, daher ist sie für mich kompetent. Bis dahin war ich überzeugt, dass Organspenden etwas Gutes seien und man damit Menschen nur helfen könne.
Im Zuge schwerer inner familiärer Krankheiten ging es bei ihr nun darum: Was tun im Notfall? Sie konfrontierte mich zum ersten Mal damit, dass Hirntod nicht gleich kompletten Tod bedeutet, sondern die Menschen bei der Organentnahme noch Reflexe oder auch Schmerzen zeigen können.

Für mich war dies in dem Moment dann komplettes Neuland und dementsprechend aufgewühlt war ich. Nach kurzer Recherche im Internet und einigen Berichten gelangte ich dann zu der Überzeugung: Ja, da gibt es sehr wohl einige Graubereiche, die dem Normalbürger vorenthalten werden. Zudem wird weltweit mit Organspenden ziemlich viel Schindluder getrieben. Das ist ein Milliardengeschäft!

Da könnten wir noch auf dem weltweiten Organhandel eingehen, der durch die Flüchtlingsströme nun auch immer weiter am wachsen ist: Flüchtlinge werden auf ihren Routen von Menschenhändlern entführt und entweder der (Sex-)sklaverei oder dem Organhandel zugeführt. Dabei ist es egal, ob Mann, Frau oder Kind.

Menschen in Drittländern wird Geld angeboten, wenn sie sich ein Organ entnehmen lassen. Sie bekommen dafür natürlich im Verhältnis nur einen minimalen Bruchteil vom wahren Verkaufswert und sie müssen unter Umständen noch für die Nachbehandlungskosten der OP Wunde selbst aufkommen, oder sie versterben einfach daran. Aus der Not der Menschen wird Profit geschlagen. „Sie tun es ja freiwillig.“

Auch stieß ich auf ein paar Berichte, wonach es möglich ist, dass der Empfänger eines Spenderorgans es gar nicht ohne weiteres erträgt, ein Spenderorgan empfangen zu haben. Dabei geht es wohl eher um die geistige Ebene. Es gab Berichte, wonach man den Spender irgendwie fühlt, eine Verbindung zum Spender fühlt.
Da ich glaube, dass die geistige Ebene sehr wohl existiert und auch nicht ohne ist, schenkte ich diesen Berichten, zumindest teilweise, glauben.
Natürlich kann der Körper auch nein zu dem Spenderorgan sagen und es abstoßen. Aber dafür bin ich medizinisch zu wenig geschult um dazu Stellung beziehen zu können.

Nun bin ich froh über den oben genannten Artikel, denn wie bei allen meinen Meinungen: Wenn ich zu einer Meinung gelange, ist die Zeit nie reif dafür. Das zeigt sich daran, dass ich für meine Meinung als bekloppt hingestellt werde. So ging es mir auch mit diesem Thema.

Manchmal dauert es ein paar Jahre und das Bewusstsein der Menschen muss erst noch wachsen und reifen. 

Natürlich gibt es immer einige wache, helle Köpfchen, die auch über den Tellerrand hinaus sehen und um diese Menschen bin ich jedesmal Gott froh! Danke an alle, die mir und allen Menschen immer wieder helfen, auch mal über die konventionelle Meinung zu schauen. Die den Mut haben, Themen anzusprechen, die derzeit nicht der Mainstream- Meinung entsprechen. Solche Menschen braucht das Land!

Bestimmungen

Hier in Österreich muss man einer Organspende ausdrücklich widersprechen. Jeder ist automatisch Organspender, anders als in Deutschland. In Deutschland muss man einer Organspende durch einen Spenderausweis ausdrücklich zustimmen. An dieser Bestimmung soll wohl nun in Deutschland gerüttelt werden, daher dieser Artikel im Focus.

Nachtrag: Vielleicht ist es deswegen in Österreich mit einem höheren bürokratischen Aufwand verbunden, eine Patientenverfügung zu erstellen!? In Deutschland reicht ein formloses Blatt mit den Wünschen und der Unterschrift von mindestens zwei Zeugen (so jedenfalls mein letzter Informationsstand), diese sollte dann an einem bekannten Platz hinterlegt werden.
In Österreich hingegen muss die Patientenverfügung notariell beglaubigt werden, sprich ist mit höheren Kosten verbunden.
In einer Patientenverfügung kann vermerkt werden, dass man keine lebenserhaltenden Maßnahmen möchte. Dadurch ist man automatisch für eine Organspende ungeeignet.

Dafür kann man in Deutschland eine Patientenverfügung leichter „unter den Tisch fallen lassen“. Das musste ich im Altenpflegebereich schon öfter mal miterleben, wenn dann der Bewohner auf einmal mit einer Magensonde zurück kam, obwohl bekannt war, dass eine Patientenverfügung vorliegt. „Die Angehörigen hätten entschieden, dass eine Sonde gelegt werden soll.“, oder der Arzt entscheidet und meint dann, ihm sei nichts bekannt gewesen. Wenn natürlich erstmal eine Dauerernährungssonde liegt, verbleibt diese auch. Denn, wer möchte dem Patienten nun die Nahrung verweigern?

Konsequenterweise müsste man ihm diese, nach der Erkenntnis einer vorhandenen Patientenverfügung, wieder ziehen. Das ist dann, zumindest in deutschen Altenheimen, eine Ethikfrage: Darf ein Patient selbst bestimmen, dass er so lange nichts mehr essen möchte, bis er daraufhin daran verstirbt? Besonders, wenn dieser sich nicht mehr äußern kann, sondern dazu z.B. nur mimisch Stellung bezieht (Mund bei der Nahrungseingabe zusammenpressen).
Natürlich müssen davor erst medizinische Dinge abgeklärt werden, wie etwa zum Beispiel eine Schluckstörung, die sich daran äußert, dass der Patient/ Bewohner Schmerzen beim Schlucken hat oder nicht mehr kauen kann und deswegen nicht mehr essen möchte.
Da fand ich in österreichischen Altenheimen eine bessere Antwort darauf: Wenn der Bewohner nicht mehr will, dann muss das respektiert werden und ein Mensch darf auch sterben, wenn dieser es sich wünscht! Es werden keine Zwangsmaßnahmen zur Ernährung durchgeführt wie etwa Flüssigkeitsinfusionen oder Ernährungssonden.

Zum Glück gibt es viele verschiedene Menschen, mit vielen verschiedenen Meinungen. Jeder muss sich selbst entscheiden. Jeder muss sich selbst eine Meinung bilden. Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich.

Wie stehst du zu dem Thema? Hast du dich schon einmal damit auseinander gesetzt?


Bild: Pixabay

2 Gedanken zu „Sterbende Menschen werden nur noch als Material angesehen – FOCUS Online

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