Stillen in der Öffentlichkeit- Eine Momentaufnahme

Eine Frau, eine Mutter, sitzt mit ihrem Säugling auf ihrem linken Arm mitten in der Fußgängerzone, auf einem Bänkchen und stillt das Baby. In ihrer rechten Hand ein Smartphone auf welches sie schaut und auf dem sie eifrig tippt. Die Passanten gehen vor ihr und hinter ihr vorbei. Das Baby, so abgelenkt von all den Menschen, geht weg von der Brust und sieht sich neugierig um, unsere Blicke treffen sich. Die Mutter starrt weiterhin auf ihr Smartphone und bemerkt die Szene die sich an ihrer linken Brust, die nun entblößt zu sehen ist, gar nicht. Man kann deutlich die komplette Brust erkennen.

Von der anderen Seite nähert sich ein junges muslimisches Paar mit einem Kind im Schlepptau. Sie bemerken die Szene auch und sehen, wie wohl alle die zu dem Zeitpunkt vorbeilaufen, hin. Man kann nur erahnen, was sie sich in diesem Moment denken.

Ich gehe weiter.

breastfeeding-2771225_1920


Die Öffentlichkeit ist inzwischen sensibilisiert für das Thema:
Stillen in der Öffentlichkeit.

Es ist schon lange kein Tabu mehr, sein Kind an Ort und Stelle zu stillen.

Die westliche Welt, so aufgeklärt und offen sie sein mag, hatte lange daran zu knabbern, dass eine Frau ihr hungriges Baby in der Öffentlichkeit an die Brust führt.

Stillen nach Bedarf heißt das Zauberwort.

Dem Baby wird zeitnah, egal wo, die Brust gegeben, wenn es Anzeichen von Hunger zeigt. Stillen nach Uhrzeit hat in der modernen Babypflege nichts mehr verloren- dies sind die letzten Laster des Nationalsozialismus: „Das Baby muss sich dem Ablauf der Eltern fügen.“,  „Das Baby muss warten lernen.“ (…)
Es geht die Annahme voraus das Babys, ohne negativen Folgen, trainiert werden können.

Trotz allem kommt es natürlich auf die Art und Weise an, wie man in der Öffentlichkeit stillt. Man kann sich einen Platz etwas abseits suchen und seinem Umfeld anhand der Körpersprache mitteilen, dass dies nur ein Akt zwischen Baby und Mutter ist, z.B. indem man den Menschen in der Umgebung den Rücken zuwendet. Oder so offen wie oben beschrieben.

Die bessere Wahl für das Baby, besonders für ältere Babys, ist sicher die Methode mit der sichtbar körperlichen Distanz zur Außenwelt. Ältere Babys lassen sich gerne von allem ablenken und benötigen bei einem Umfeld mit vielen Reizen folglich länger um ihre benötigte Menge an Nahrung aufzunehmen, da sie ständig von der Brust weggehen. Zu den Reizen gehört sicherlich auch das Smartphone der Mutter…

Wie empfindet ihr das? An alle Mütter: Wie handhabt ihr es?

 

2 Gedanken zu „Stillen in der Öffentlichkeit- Eine Momentaufnahme

  1. Hallo Anna!
    Ich bin zwar dafür, dass man (fast) überall stillen dürfen sollte, aber andererseits nicht so offen, sondern schon bedeckt bzw. etwas abseits. Ich selbst habe schon mal in einem vollen Zug gestillt, habe dabei aber eine kleine Decke über die Schultern gelegt, damit ich mich wohlfühlte, das Baby nicht so abgelenkt war und sich andere Mitreisende nicht gestört fühlten. Ich würde mich nicht wohlfühlen, wenn andere meine Brust sehen (aber es stört mich nicht , wenn die anderen mitbekommen, dass ich stille). Da wir im Dezember nochmal Eltern werden, habe ich mir schon zwei Loop-Schals als Stilltücher zugelegt und nähe mir dann wahrscheinlich selbst noch einen . Sonst tat es auch das Tragetuch oder ein größeres Spuktuch .
    Denn gerade bei den ganz Kleinen hat man ja das Essen immer parat, was sehr praktisch ist.

    Gruß Annegret

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.