Wenn man die eigenen Anforderungen nicht einhält

Wenn mich etwas interessiert, dann stecke ich meine ganze Energie in diese Sache oder in diese Person, bis ich soviel darüber weiß, dass meine Neugierde oder besser gesagt mein Wissbegierden erfüllt ist.

Ein klassischer, langer Blogbeitrag… Mit Werbung! 😉

So geht es mir derzeit mit der Frau um den Siegreich Leben Onlinekongress: Jessica Verfürth. Eine sehr interessante Persönlichkeit wie ich finde! Ihre Lebensgeschichte ist wirklich nicht ohne und was aus ihr geworden ist, seitdem sie Jesus in ihr Leben gelassen hat. Wunderbar!

Ich muss kurz ausholen.

Von dem Siegreich Leben Onlinekongress erfuhr ich online- wo auch sonst- über glaub irgendeinen anderen christlichen Blog. Kann es gar nicht mehr genau sagen. Auf alle Fälle meldete ich mich umgehend an. Es war gratis, also warum nicht?

Als der Kongress los ging hatte ich jedoch leider überhaupt keinen Kopf, mir diese ganzen Interviews durchzuhören und so blieb es nur bei einem Vortag/ Interview und selbst das hörte ich mir nicht bis zum Ende an. Nicht, weil es mich nicht interessierte, sondern weil mein Kopf so voll mit anderen Dingen war, dass ich keine Konzentration dafür aufbringen konnte. Schade! Ich las auf dem Kongressplan noch die Titel der folgenden Vorträge durch und ich war eigentlich allein von den Titeln schon begeistert. Es waren echt ganz viele tolle Themen dabei! Alles rund um Frau-Sein, Mutter-Sein und alles was eben dazugehört.

Der Siegreich Leben Onlinekongress hat eine Facebook Seite. Dorthin wurden alle Kongressteilnehmer einladen, auch und vor allem, für den persönlichen Austausch. In einem Posting wollte Jessica Verfürth wissen, wer denn noch so alles bloggt und ich verlinkte meinen Blog.

Vorgestern schrieb mich Jessica an, ob ich beim nächsten Onlinekongress Lust hätte über das Thema Familie zu sprechen. Ich fühlte mich unglaublich geehrt, sagte jedoch ab. Erstens, weil ich ein schlechtes Gewissen hatte, da ich beim ersten Kongress eigentlich gar nicht wirklich dabei war und zweitens, weil mich allein der Gedanke daran, länger sprechen zu müssen, vollkommen überfordert. Obwohl es im Grunde schon immer mal ein kleines Träumchen von mir ist und war- in echt über meine ganzen Sachen zu sprechen, nicht nur zu schreiben.

Kommt Zeit, kommt Rat!

Ich empfahl eine liebe Bekannte, die mir gleich bei der Anfrage als genau passend zu der Thematik in Kopf schoss. Bin gespannt, ob dieses Arrangement klappt!

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Quelle: Privat

Gut, soviel zur Vorgeschichte und nun zu meiner eigentlichen Thematik:

Ich beschäftigte mich daraufhin halbwegs intensiv mit der Person Jessica Verfürth, die auch einen YouTube Kanal betreibt mit ihrem christlichen Online- Beratungszentrum für Frauen und mit kleinen Andachte und Ansprachen rund um das Leben mit Gott, im Podcast-Stil, viele tolle Dinge erzählt.

In einem Podcast spricht sie über das Mutter-Dasein und sprach mir aus der Seele. Wenn ich dieses Podcast noch bis vor einem Jahr gehört hätte, hätte ich ihr das Rabenmutter-Dasein vorgeworfen. Jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich ihr zustimme. Ich bin nämlich genauso.

 

Wenn man die eigenen Anforderungen, die man auch an andere stellt, selbst nicht einhält

Ich weiß noch, wie ich anderen Müttern vehement geraten habe, zu Hause bei ihren Kindern zu bleiben und nicht arbeiten zu gehen, da dies schlecht für die Entwicklung ihres Kindes sei. Ist es ja auch, ohne Frage. Aber diese Art von Mutter, die ich dazumal versuchte meinem Umfeld mitzuteilen, bin ich selbst nicht. Die immer für ihre Kinder da-seiende, immer verständnisvolle und liebende Mutter, die auf jedes noch so kleine Bedürfnis ihrer Kinder eingeht. Nein, die bin ich nicht! Wäre ich gerne, bin ich aber nicht!

Ich bin ständig mit anderen Dingen abgelenkt

Ich liebe meine Ruhe, meine Zweisamkeit mit meinem PC- klingt blöd, ist aber so-, meine Zeit alleine um Grübeln und Nachdenken zu können und, jetzt kommt das mit dem PC ins Spiel, meine Zeit um schreiben zu können! Diese Arbeit ist wahnsinnig intensiv. Ich sitze oft stundenlang vor dem PC und lese, höre Podcasts, schau YouTube Videos zu interessanten Themen, bin auf sozialen Netzwerken sehr aktiv (gut, das geht auch vom Smartphone aus) und/ oder schreibe. Das ist es, was ich liebe! Zwar nicht immer, aber wenn, dann sehr intensiv! Ich bin sogar jetzt dazu übergegangen, meine Texte davor in Word vorzuschreiben um sie erst im fertigen Zustand in den WordPress Editor reinkopieren zu können. So hab wenigstens das Gefühl, nicht ständig online zu sein. Obwohl ich es natürlich bin…

Wenn ich nicht schreibe, dann nähe ich. Ich liebe es zu nähen! Wenn ich das nicht tue, dann schaue ich Serien, lese, widme mich anderen kreativen Dingen rund um den Haushalt: Einkochen, einmachen, backen, kochen, putzen natürlich nicht zu vergessen… Vor nicht allzu langer Zeit versuchte ich mich sogar selbst mal an einem YouTube Kanal. Ist jedoch derzeit nichts für mich. Aber es bleibt auf alle Fälle im Hinterkopf!

Ich mache nie alles auf einmal! Aber wenn ich etwas beginne, dann eine Weile lang voller Inbrunst und wenn ich keine Lust mehr habe, wird dies zur Seite gelegt und etwas anderes angefangen. Und so weiter. So kommt es, dass ich z.B. auf diesem Blog hier eine Weile lang drei Artikel am Tag schreibe und veröffentliche und dann wieder wochenlang nichts. Deswegen suche ich schon länger jemand, der mich unterstützt, um für die Leser einen geregelten Fluss an Blogbeiträgen gewährleisten zu können. Du möchtest mehr wissen? Klicke hier

Und dann… Sind da ja auch noch meine Kinder! Drei an der Zahl. Der Älteste geht in Kindergarten- wenn er Lust hat. Meistens kommen wir auf drei Vormittage in der Woche. Die anderen beiden sind rund um die Uhr zu Hause, bei mir. Mein Mann ist ganztags beim Arbeiten. Sprich, wenn ich was tue, sind die Kinder immer im Hintergrund und wenn ich abgelenkt bin, habe ich keine Zeit für sie- logisch!

Wie Kinder halt oft so sind, sie wollen oft die Aufmerksamkeit der Eltern. Gehört dazu. Ich muss mich sehr, sehr oft zusammenreißen um nicht genervt zu wirken von ihren Kleinigkeiten und oft schaffe ich es auch nicht, nicht genervt zu reagieren. Derweil wollen sie einfach nur eins: Zeit mit mir verbringen! Wenn ich ihnen dies verwehre fühle ich mich immer grottenschlecht.

Es ist eine enorme Gratwanderung für mich. Das zu tun was ich will und was mich ausfüllt und wo ich meine Leidenschaften reinstecke oder eben die Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, die ich selbstverständlich auch über alles Liebe!

Im Grunde gehe ich auch arbeiten. Zwar nicht erwerbstätig- wir haben deswegen nicht mehr Geld auf dem Konto, aber wenn man meine oft geistige Abwesenheit betrachtet, könnte ich genauso gut irgendwo beim arbeiten sein.

Dies möchte ich aber natürlich nicht, also arbeiten gehen, sonst hätte ich das schon lange getan, da ich zu Hause bei meinen Kindern einfach um einiges flexibler bin. Ich kann zwei Stunden vor dem PC sitzen, aber genauso gut zwei Stunden mit den Kids spazieren gehen, oder zwei Stunden in der Küche stehen und kochen und backen, oder zwei Stunden im Garten sitzen… Flexibilität. Das kann mir kein Arbeitgeber bieten. Solange wir dies finanziell verkraften, genieße ich diese Freiheit.

Freiheit, die im Grunde auch meiner Familie zu Gute kommt. Denn, in welcher regulären Familie können die Kinder einfach sagen, sie haben keine Lust auf den Kindergarten und möchten spontan zu Hause bleiben? Wenn die Mutter extern zum arbeiten gehen muss, ist dies ein Ding der Unmöglichkeit.
Oder einfach im Sommer, wenn die Erntezeit ansteht, den Garten ins Haus, besser gesagt in die Einmachgläser zu holen und dies unter tags machen zu können und nicht am Wochenende oder gestresst nach Feierabend. An einem schönen Spätsommertag, wie heute, einfach die Kinder nehmen und eine Runde spazieren gehen, ganz entspannt und ohne Eile? Herrlich! Ich mag keinen Stress. Ich liebe die Ruhe in jeder Tätigkeit. Ich möchte mich auch nicht stressen lassen. Mir reicht es schon, wenn wir oft drei Stunden (Übertreibung!) brauchen, um überhaupt irgendwo hingehen zu können, weil noch einer schläft, oder sich zwei auf einmal entscheiden sich nicht anziehen zu wollen oder was komplett anderes im Kopf hat…

Ich danke Gott jeden Tag für dieses Leben. Es ist ein Geschenk an mich. Vor allem auch, da mein Mann dieses Leben voll und ganz unterstützt und es gar nicht anders haben möchte. Wenn ich jetzt einen Mann hätte, der ständig jammern würde, wir hätten zu wenig Geld auf dem Konto, ich wäre zu verschwenderisch etc, dann könnte ich nicht so ruhig dasitzen. Aber ich würde mich jetzt auch nicht als verschwenderische Frau beschreiben. Ich schau immer, dass wir so viel wie möglich selbst machen können um eben Geld zu sparen. Es wird oft nur gekauft, was dringend benötigt wird.

Mein Mann macht seine Arbeit gerne. Es ist seine Leidenschaft. Er ist ein sehr kreativer Kopf und tatkräftiger Mann. Ohne ihn wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin mit mir und meiner Kreativität. Ich sehe es als Gnade und Segen an, ihn meinen Mann nennen zu dürfen. Etwas Besseres hätte mir in meinem Leben nicht passieren können! Mit ihm fand ich heraus, was Heimat sein kann. Ein Platz, an dem man sich vollkommen Geborgen fühlt, an dem einen keiner verurteilt, an dem man sein kann wie man eben ist- mit allen Fehlern und Schwächen und trotzdem angenommen ist. Im Grunde habe ich erst durch meinen Mann kapiert, wie Gott sein kann!

Danke Gott!

Ein ehemaliger Hauskreisleiter von mir sagte mir einmal einen, für mich, bedeutenden Satz: „Wenn man keinen guten, liebenden Vater hatte, dann begreift man oft nicht wie Gott ist. Dann ist es schwer, seine Liebe zu begreifen.“ Und ja, dies stimmt! Besser gesagt: Stimmte. Gott wird in der Bibel als liebender Vater beschrieben.

 

2 Gedanken zu “Wenn man die eigenen Anforderungen nicht einhält

  1. Erstmal: Schöner Beitrag! Bin durch Zufall drauf gestoßen.
    Bei deinem Glauben kann ich zwar nicht mitreden, aber wie du das alles beschreibst, klingt es, als hättest du den richtiges Weg gewählt. Ich meine nicht den Glauben, also den vielleicht auch, aber in erster Linie, wie du dein Leben als solches meisterst. Eben nicht die Arbeit über alles stellen. Flexibel sein zu können ist heutzutage wirklich ein Privileg. Und wenn dein Mann dich dabei voll und ganz unterstützt, dann geht es doch nicht besser.
    Grüße!

    Gefällt 1 Person

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