Meine Ansichten zum Müttergehalt

Ich möchte nochmals Bezug auf die Finanzen nehmen, da es wohl nicht allen klar war, was ich mit meiner Zustimmung zu einem Müttergehalt meinte oder meine. Siehe letzter Blogbeitrag zu Familie. (klick)

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Uns geht es hier in Österreich finanziell nicht schlecht! Wir (Ich sag absichtlich wir, da wir alles was wir einnehmen als Familieneinkommen sehen und es auch auf ein gemeinsam verwaltetes Konto fließt) bekommen für unsere Kinder derzeit so viel, wie wenn ich in meinem Beruf als Diplomierte Fachsozialbetreuerin für Altenhilfe (AT)  oder examinierte Altenpflegerin (D) halbtags verdienen würde (Die Berufsbezeichnung in Österreich gefällt mir besser! 😉 ) Jetzt müsstet ihr noch wissen, wie viel ich als Altenpflegerin verdient habe, dann könntet ihr es euch ausrechnen! 😀 Sagen wir mal so, ich hab nicht schlecht verdient, denke ich zumindest. Für manche ist es wenig, für andere ist es viel… Zuletzt arbeitete ich auch nur noch 80%, damit ich den Job irgendwie aushalte. Schichtdienst, Wochenenddienst, Feiertagsdienst, Nachtdienst und das im Wechselschichtsystem… Dies hat in den letzten Jahren bei mir Spuren hinterlassen… Wie sag ich immer: „Wer einen Pflegeberuf erlernt muss sich der Konsequenzen auf sein Sozialleben bewusst sein, was dann de Facto immer weniger wird…“

Ist das viel? Summa summarum kommen wir mit unserem derzeitigen Einkommen gut zurecht. Wir können und dürfen uns nicht beklagen! Bis unsere Tochter zwei ist, bekommen wir dies weiterhin so. Dann fällt das Kinderbetreuungsgeld weg und wir können vom Land Vorarlberg für unsere Tochter noch einen Geringverdienerzuschuss/ Alleinverdienerzuschuss beantragen. Dies wird anhand unseres Familieneinkommens berechnet und kann für max. 1,5 Jahre nach dem Kinderbetreuungsgeld bezogen werden. Dies waren bisher für unsere Situation knapp € 150,–, wenn ich es richtig im Kopf habe. Dazu kommt natürlich noch das Kindergeld (Familienbeihilfe) für jedes Kind. Was man gestaffelt nach Alter des Kindes bekommt. Sprich, je älter das Kind, desto mehr bekommt man. Der Höchstsatz ist glaub um die € 140,– im Monat für ein Kind (bekommen wir derzeit noch nicht)… Dann bekommt man bei mehreren Kindern noch einen Geschwisterzuschlag für ca. € 25,– pro Monat.

Aber alles in allem, das was „ich“ für die Kinder bekomme, deckt nicht mal unsere Miete… Es sieht erst einmal viel aus, wenn man die Zahlen schwarz auf weiß vor sich hat. Wenn man jedoch weiß, was man alles für die Kinder benötigt (und Gott weiß, wir leben nicht auf großem Fuße!) und Nebenkosten wie Versicherungen ect dazu zählt, ist das Geld so schnell vom Konto weg (und noch mehr), wie man es eingezahlt worden ist.

Für jeden der eifersüchtig sein sollte. Nein! Es ist hierzulande nicht viel Geld!!! Aber es ist natürlich derzeit genug für uns. Wir richten es uns so, dass es passt. Wir kommen damit zurecht, aber andere (das weiß ich von Freunden) würden so nie Leben können und wollen! Wer so nicht Leben kann und will, ja der muss wieder arbeiten gehen. Dann kommen Folgekosten für Kinderbetreuungsplätze jedoch hinzu. Das kann pro Kind gut und gerne € 300,– im Monat, ganztags, in einer Spielgruppe, ausmachen (Kleinkindbetreuung). Wenn man mehrere Kinder hat und somit auch mehrere Betreuungsplätze benötigt, dann muss man schon gut verdienen oder einen Vollzeitjob ausführen (was als Mutter schlicht und ergreifend unmöglich ist) um dieses Geld, und mehr, wieder reinzuholen! Summa summarum bringt es rein gar nichts, wenn die Mutter meint, sie müsse so schnell wie möglich wieder arbeiten gehen, damit man mehr Geld hat. Mehr Stress hat man, ja, aber nicht unbedingt mehr Geld…

Sobald jedoch alle staatlichen Förderungen auslaufen, bzw weniger werden und Frau in einer Partnerschaft gezwungen ist auch arbeiten zu gehen, dann sieht die Sache anders aus. Dann müssen die Kosten für Kinderbetreuung miteinkalkuliert werden. Froh kann derjenige sein, der eine immer verfügbare Oma in der Umgebung hat, die derweil auf die Kinder, die noch nicht Kindergarten- oder Schulpflichtig sind (dann minimieren sich die Betreuungskosten um einiges, da ab Pflichtbetreuung staatlich gefördert) aufpassen kann.

Was jedoch, wenn es sich um eine Alleinerziehende handelt? Das Kinderbetreuungsgeld erhält diese (unabhängig von Alter oder Berufsstand) ebenso, wie die Familienbeihilfe. Dazu kommt hier in Vorarlberg dann wahrscheinlich noch Zuschüsse für Wohnraum und Heizkosten im Winter für Geringverdiener, sodass man es irgendwie schaffen kann über die Runden zu kommen.
In einem Forum hörte ich jedoch, dass diese Wohnraumzuschüsse nur vom Land vergeben werden, wie der Geringverdienerzuschuss auch, und es dies nicht in jedem Bundesland gibt!
Wenn eine Alleinerziehende Mutter ihr Kind über die Hälfte des Kleinkinderalters überwiegend noch zu Hause betreuen möchte (Bindungstheorie) ist sie mit diesem Vorhaben schon gescheitert, bevor sie den Gedankengang zu Ende führen konnte.  Auch wenn eine Alleinerziehende Mutter einen Job hat- Vollzeit ist sowieso fast unmöglich. Sprich, viel Gehalt/ Lohn wird sie nicht erhalten!
Gut hat es hier wieder die Mutter, die familiäre Unterstützung hat.
Aber wer hat dies heutzutage noch? Viele kommen gar nicht mehr von hier, sprich die Eltern wohnen oft relativ weit weg oder die Eltern müssen selbst noch arbeiten und haben gar keine Zeit. Die Familienstrukturen sind vor allem im städtischen Bereich häufig nicht so eng wie in ländlichen Gegenden. Zudem sind in den Städten sind die Wohnkosten mehr, die Lebenshaltungskosten allgemein höher… usw…
Eigentlich spricht alles dafür aufs Land zu ziehen, was auch eigentlich für die Kinder besser wäre… Wenn da nicht die Sache mit dem Job wäre. Im städtischen Bereich findet man wohl doch noch eher Arbeit wenn man sie benötigt als im ländlichen Bereich. Außer man nimmt lange Arbeitswege in Kauf. Zudem gibt es viele Berufe im ländlichen Bereich eher nicht. Dort sind eher die Handwerksberufe gefragt. Aber wer ist heute noch Handwerker?  Mein Mann! 😀

Beruf und Berufung Mami

Jedes Mädel, dass in der Schule in einem Aufsatz, über ihrenBerufswunsch, das Ziel „Mama werden“ angibt würde ziemlich wahrscheinlich milde belächelt und wohl relativ schnell eines besseren belehrt werden, dass dies kein Beruf ist und vor allem den feministischen Grundsätzen vollkommen widerspricht.

Was ist ein Beruf? Ein Beruf ist eine erlernte Tätigkeit, die in Folge dazu dient Geld zu verdienen, um sich sein Leben finanzieren zu können. Für manche ist ihr Beruf ihre Berufung, andere führen die Tätigkeit nur aus, um damit ihr Konto füllen zu können. Geld ist ein Tauschmittel. Arbeitskraft wird gegeben und als Entlohnung und Wertschätzung seiner Leistung, bekommt man Geld. Daneben erhebt der Staat noch Steuern, die dazu dienen den Staatsapparat am laufen zu halten.

Unter was fällt dann die Berufung Mama-Sein? Diese wird erlernt nach dem Prinzip Learning-by-doing. Man kann sich im Vorfeld einer pädagogischen Ausbildung unterziehen, um ein bisschen in der Materie drin zu sein. Kann helfen, muss aber nicht. Zudem geht es als Mama ja nicht ausschließlich um die Erziehungsarbeit. Es inkludiert oft noch den Job Hausfrau, der ja ebenso milde belächelt wird. Die Berufung Hausfrau und Mutter umfasst so viele Teilaspekte, dass es dafür bestimmt 10 extra Ausbildungen bedürfte. Und trotzdem macht dies jede Mutter gratis…

Wenn wir jetzt die oben genannte Wertschätzung der Gesellschaft durch finanzielle Zuwendung auf eine Mutter übertragen- hat die Mutter von der Gesellschaft in ihrer Funktion als immer anwesende Mama und Hausfrau absolut keine Wertschätzung! Das meine ich damit. Mir geht es nicht um das Geld, wir kommen gut zurecht. Mir geht es darum, dass eine Frau die echte Wahlfreiheit bekommen sollte, welchen Beruf sie ausübt. Auch wenn dieser nicht in ein feministisches Weltbild passt, das besagt Frau dürfe dies nicht, weil sie dann von ihrem Mann abhängig ist. Ja, indem man ihr ihren Berufswunsch und ihr ihren Lohn streitig macht, macht man sie automatisch von ihrem Mann abhängig!

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Nun kommen wir zum Müttergehalt.

Meine Vorstellung von einem Müttergehalt ist, dass jede Frau die ein Kind in die Welt setzt ein Grundeinkommen erhält. Von diesem Einkommen werden Steuern und Rentenabgaben gezahlt. Unabhängig von ihrem sozialen Stand. Man kann es dann zusätzlich dann noch Staffeln- je mehr Kinder, desto mehr Geld- und ein Alter des Kindes festlegen an dem das Geld wieder ausläuft. Ich würde sagen bis zur Pubertät oder Ende der Schulpflicht.
Was die Mutter mit diesem Geld dann tut, ist ihre Sache. Ob sie dann zu Hause bleibt und ihre Kinder im Kleinkindalter selbst betreut, oder das Geld für Betreuungsplätze ausgibt (die dann in Folge nicht mehr so hoch subventioniert werden müssten) um wieder arbeiten gehen zu können, weil sie ihren Beruf einfach nicht aufgeben mag- dies sei ihr überlassen! Wenn eine Frau einen guten Job hat, dann ist es ihr Vorteil, da sie nichts für die Kinderbetreuung zahlen muss und ihr Gehalt für ihre Familie und ihre Bedürfnisse ausgeben kann und die Familie somit einen höheren Lebensstandard hat. Eine Mutter, die ihre Kinder zu Hause betreuen möchte, kann das Geld für die Familie ausgeben.
Noch ein Pluspunkt: Wenn man den Eltern wieder mehr Kernkompetenzen in der Kindererziehung und Betreuung zugesteht, dann erledigt sich der ErzieherInnenmangel quasi von selbst! Viele Eltern sind ja leider immer noch der Meinung, in den Spielgruppen und Kitas würden die Kinder mehr lernen als zu Hause, da die Kleinkindbetreuung als Bildung angepriesen wird. Dies kann jede Mutter bei ihrem Kind um 1000mal besser, zu Hause, mit einem guten sozial, familiären Umfeld!

Zudem würde es das Problem der Kinderarmut von der Wurzel aus bekämpfen.
Kinderarmut ist ein inzwischen sehr großes Problem, da viele Mütter/ Eltern nicht mehr für die Kosten von Wohnen und Essen aufkommen können. Besonders in den teuren Städten. Und ja… Da ist Bildung natürlich auch ein Problem! Aber wer kein Geld für gute Bildung hat, der hat auch keine Möglichkeit auf einen guten Job! Klar kann der Staat in Bildung investieren, in gute und günstige Bildung- was auch schon getan wird. Aber das beseitigt nicht die finanziellen Probleme in der Kernfamilie.

Meine Idee ist nicht ganz neu und ist schon weiter gesponnen worden: 
Bedingungsloses Grundeinkommen.

So wäre allen geholfen. Den Eltern sowie den Kindern und die Familien könnten endlich wieder, wenigstens finanziell, aufatmen und hätten ein paar Sorgen weniger!
Ach ja… Ich glaube nicht, dass dadurch die Österreicher bzw Deutschen mehr Kinder bekommen würden. Wir leben in einem der reichsten Ländern der Welt. Besser gesagt in einem der Ländern mit den meisten Förderungen für Familien. Trotzdem ist die Geburtenrate weiterhin eines der geringsten im weltweiten Durchschnitt. Die Menschen verlassen sich weiterhin auf den Staat und auf Versicherungen für Vorsorge und Alter. In anderen Ländern wird dies auf die Kinder übertragen. War hier auch früher so und wird meines Erachtens auch wieder so kommen! Spätestens dann, wenn unser ganzes System zusammen bricht.

Und das wird es früher oder später!

Ihr könnt gerne unter diesem Beitrag kommentieren, wie ihr das seht! 🙂


Die meisten, die dagegen sind, kommen wohl mit der Ausrichtung der Partei nicht klar, die dies in Österreich (wohl in Deutschland dasselbe) einfordert. (Ich hab dazu mal ein bisschen gegoogelt und daher weiß ich das jetzt… 😉 ) Ich gebe zu, in manchen Dingen sind diese Parteien auch fragwürdig, aber deswegen ist nicht automatisch alles gleich schlecht, was sie sagen oder tun! Das ist meiner Meinung nach der größte Fehler, den hierzulande und auch in Deutschland die Presse macht.
Wegen einem falschen, oder von der Presse verdrehten, Satz bzw wegen ein paar merkwürdigen Aussagen einzelner Parteimitglieder, gleich alles komplett in Schmutz zu ziehen und/ oder abzulehnen, was diese Partei fördert und fordert. Medial wird es ausgeschlachtet, als ob sie Hitler Nr. 2 wären und der Denkapparat wird ausgeschaltet… Sobald das Wort Nazi ertönt ist es für jemanden vorbei und dieser kann nun tun und lassen was er will, das Stigma bleibt. Meistens von denen verurteilt, die sich als ach so tolerant und weltoffen hinstellen… Aber nun gut, dies nur am Rande… 😉 

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